„… ist unfruchtbar zu machen“ Vortrag 20. Februar 2026

Vortrag zu Zwangssterilisationen in der NS-Zeit in Borgholzhausen

„… ist unfruchtbar zu machen“ – so lautete wörtlich der Beschluss des sogenannten Bielefelder Erbgesundheitsgerichts in mehr als 25 Fällen bei Betroffenen aus dem früheren Amt Borgholzhausen. Somit wurden während der NS-Zeit nach aktuellen Forschungen ungefähr 25 Menschen zwangsweise sterilisiert. Grundlage war das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ aus dem Jahr 1933, das die Sterilisation von Menschen mit erhöhtem Betreuungsbedarf oder einer kognitiven Beeinträchtigung vorsah. Auch Personen, die an Epilepsie erkrankt, die blind oder taub waren, fielen unter diese Bestimmungen. Zudem definierte das Gesetz „angeborenen Schwachsinn“ als eine „Erbkrankheit“. Wer beispielsweise Schwierigkeiten in der Schule hatte oder nicht den gesellschaftlichen beziehungsweise sozialen Normen entsprach, lief Gefahr, als „schwachsinnig“ bezeichnet zu werden.

Eigens im gesamten Reichsgebiet ins Leben gerufenen „Erbgesundheitsgerichten“ kam die Aufgabe zu, über Sterilisationen zu beschließen. Die örtlichen Gesundheitsämter der Kreise sollten in diesem Zusammenhang etwaige Betroffene anzeigen. Doch auch Gemeindeschwestern, Ortsbürgermeister, Hausärzte, Lehrer und Parteigenossen der NSDAP wirkten mit, indem sie Menschen mit einer Behinderung oder Beeinträchtigung aus ihrer Umgebung den Behörden meldeten und auf diese Weise amtliche Ermittlungen anstießen. Intimste Details mussten die Betroffenen und ihre Angehörigen dabei preisgeben. Nicht selten schämten sich die Opfer dieser sogenannten erbbiologischen Nachforschungen, befürchteten Stigmatisierungen, soziale und gesellschaftliche Ausgrenzungen. Die Scham wirkte über Jahrzehnte fort, kaum jemand sprach über oder mit diesen Menschen und ihr Schicksal. Sie gerieten in Vergessenheit.

Insgesamt haben sich für das Amt Borgholzhausen 34 Verfahrensakten des Erbgesundheitsgerichts Bielefeld erhalten. Sie bilden die Ausgangslage der Untersuchungen des Historikers und früheren Borgholzhausener Stadtarchivars Sebastian Schröder, der derzeit im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen als Archivreferendar tätig ist. In Borgholzhausen hat er gemeinsam mit den ehrenamtlich Aktiven der „Stolpersteingruppe“ Zwangssterilisationen während des Nationalsozialismus erforscht. In seinem Vortrag „‘… ist unfruchtbar zu machen.‘ Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus im Amt Borgholzhausen“ bietet er Einblick in seine Forschungen, stellt erste Ergebnisse vor und ordnet diese in den historischen Kontext ein. Dabei blickt er vor allem auf die lokalen Umstände und Bedingungsfaktoren, die zu Verfahren vor dem Erbgesundheitsgericht führten. In diesem Zusammenhang betont der Historiker, dass sich von Ort zu Ort teils erhebliche Unterschiede ausmachen lassen. Wie diese Unterschiede zu erklären sind, wird Schröder ebenfalls erläutern. Selbstverständlich nimmt er exemplarische Einzelschicksale in den Blick. Unterstützung erfährt er diesbezüglich von Arnold Weßling, der gemeinsam mit dem Heimatverein Borgholzhausen e. V. um Eva-Maria Eggert diese Vortragsveranstaltung initiiert und vorbereitet hat.

Zwangssterilisationen während der NS-Zeit sind in der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt und im Lokalen noch kaum erforscht. Allen Beteiligten ist es deswegen ein großes Anliegen, für dieses Thema zu sensibilisieren. Und letztlich geht es ihnen auch darum, einen aktiven Beitrag gegen staatlichen Terror und ein deutliches Zeichen für demokratische Werte zu setzen.

Der Vortrag „… ist unfruchtbar zu machen – Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus im Amt Borgholzhausen“ von Sebastian Schröder findet statt 20. Februar 2026 im Kultur- und Heimathaus Borgholzhausen und beginnt um 16.00 Uhr. Die Moderation übernimmt Arnold Weßling.

Zeche Zollverein

Dem Wandel auf der Spur 7. – 9. Mai 2026

Zeche Zollverein

Zeche Zollverein

Fahrrad-Exkursion durchs Ruhrgebiet mit Ulrich Fälker

In Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Borgholzhausen bietet der ehemalige Geographielehrer Ulrich Fälker vom 7. bis 9. Mai 2026 eine Fahrrad-Exkursion durch das Ruhrgebiet an.

Auf schönen Radwegen, entlang aller Bahntrassen, am Ufer von Kanälen aber auch mitten durch die Metropolen des Ruhrgebiets führt der Weg. Die Tour startet in Dortmund und führt parallel der Emscher Richtung Westen bis zum Rhein bei Duisburg. Von dort geht es entspannt entlang der Ruhr weiter bis Essen-Kettwig.

Die Route führt zu Orten, die den Wandel im Ruhrgebiet in besonderer Weise verdeutlichen, zum Beispiel:

Phoenix-Areal in Dortmund, Universität Dortmund, Zeche Zollern und Zeche Zollverein in Essen, das CentrO in Oberhausen, der Landschaftspark Duisburg Nord und der Innenhafen in Duisburg.

Infos und Anmeldungen bei Eva-Maria Eggert, Tel. 016094447308 oder evama.eggert@web.de

Landschaftspark Duisburg Nord

Landschaftspark Duisburg Nord

Zeche Zollverein

Zeche Zollverein – Besuchergruppe vor dem Förderturm

Hamburger Hafen

Hamburg – Tor zur Welt 10. – 12. August 2026

Exkursion mit Ulrich Fälker

Drei Tage Hamburg, eintauchen in die Geschichte und Geschichten von Deutschlands größter Hafenstadt.

An zwei Tagen durchstreifen wir zu Fuß die Hamburger Innenstadt: Wir schauen vom Turm des Michel, blicken in die Fleete, suchen die Wiege der Stadt im Nicolaiviertel, besuchen die historische Speicherstadt, das Kontorhausviertel und die moderne HafenCity, steigen auf die Terrassen der Elbphilharmonie, tauchen ein in die quirligen Geschäftsviertel rund um Binnenalster und Mönckebergstraße. Auch im Schanzenviertel und auf der Reeperbahn werden wir uns umschauen. Am Abend besuchen wir gemütliche Restaurants, um den Tag ausklingen zu lassen.

Der zweite Tag ist komplett dem Hafen gewidmet: Mit dem Fahrrad durchqueren wir die ausgedehnten Flächen des Hamburger Hafens. Die großen Containerterminals aus nächster Nähe zu sehen ist sicher ein besonderes Erlebnis. Wir besuchen die Seemannsmission Duckdalben, fahren über die größten Hub- und Klappbrücken der Welt, radeln entlang ausgedehnter Güterbahnhöfe und riesiger Verladeanlagen für Getreide, Öl und Erz. In Wilhelmsburg machen wir einen Verpflegungsstopp, schauen von den Musicaltheatern an der Elbe auf die Silhouette der Stadt bevor es zum Ende des Tages durch den alten Elbtunnel zurück in die Stadt geht.

Die An- und Abreise erfolgt mit der Bahn. Fahrräder leihen wir vor Ort. Wir übernachten in der modernen Jugendherberge „Auf dem Stintfang“, direkt über den Landungsbrücken. Von dort hat man einen perfekten Blick auf die Elbe und das Treiben im Hafen.

Die Kosten für Übernachtung mit Frühstück einschließlich Bahnfahrten und Fahrradverleih liegen bei etwa 190€.

Anmeldungen bei Eva-Maria Eggert, Tel. 0160-94447308 oder evama.eggert@web.de

Hamburger Hafen

Hamburger Hafen